Der frühe Vogel fängt den Wurm ?
Der Frühling naht. Endlich ist es morgens wieder etwas heller, freundlicher und wärmer und die Idee für einen Morgenlauf schlummert in uns.
Oft hört man von "Experten" den Rat, dass Personen, die Gewicht reduzieren wollen, ein Ausdauertraining auf nüchternen Magen "verordnet" wird. Hier sollen die überflüssigen Pfunde angeblich schneller purzeln. Wie sich eine Frühsporteinheit auf den Körper und die persönliche Stoffwechselsituation auswirkt, hängt zunächst von den individuellen Voraussetzungen und vor allem von der Intensität des Trainings ab.
Empfehlenswert ist ein "Guten-Morgen-Nüchtern-Lauf" auf jeden Fall im niedrigen Intensitätsbereich (Grundlagenausdauer GA1A-GA1B) also im nachhaltig aeroben Bereich. Dann gewinnt der Körper die Energieversorgung maßgeblich aus dem Fettstoffwechselbereich. Der Kohlenhydratspeicher ist am Morgen eher relativ leer, da dieser über Nacht durch die Muskulatur und Leber verstoffwechselt wurde. Ein kohlenhydrathaltiges Frühstück oder eine Kohlenhydrataufnahme gar während der Trainingseinheit, hemmt wiederum den Fettstoffwechsel, da die schneller zur Verfügung stehenden Kohlenhydrate quasi auf dem Silbertablett gereicht werden.
Es gibt auch Aussagen, die eine Eiweißaufnahme vor dem "Nüchtern-Training" in Form von Eiweiss-Shakes oder Eiweiss-Tabletten empfehlen, da man einen Substanzverlust der Muskulatur befürchtet. Eiweisse werden vor allem bei intensiven Trainingsbelastungen zur Energiegewinnung herangezogen. Ein großer Eiweiss-Verlust bei dem o.g. Training oder ein Muskelabbau (Verstoffwechslung) ist eher nicht gegeben.
Nach so einer Frühsporteinheit sollte aber dann zur Förderung der Regeneration ein ausgewogenes Frühstück (vollwertige Kohlenhydrate, fettarmes Eiweiss) folgen.
Neben der einfachen und zeitsparenden Umsetzbarkeit hat der morgendliche "Nüchtern-Sport" auch psychische Vorteile. Man beginnt den Tag mit frischer Luft und Bewegung. Auch die morgendlichen Eindrücke im Wald oder Park können einen positiven Einfluss auf den Tag haben.
Manchmal entspricht diese frühe Aktivität aber nicht dem persönlichen Biorhythmus. Aller Anfang ist schwer: Nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran und genießt diesen frühen und einsamen Beginn des Tages.